Schülerarbeiten "Deutsch"

Fortsetzungsgeschichten

Von einigen Arbeiten der 3. Kl. NMS war die Lehrerin Lisa Dollensky sehr beeindruckt und hat diese zur Veröffentlichung ausgewählt.

Fortsetzung (von Lea Wühl)

 

Sara dachte missmutig darüber nach, wer eigentlich diese verrückte Idee hatte, dass sie an diesem Projekt teilnehmen sollte. Warum hatte sie sich nur von ihrem Vater zu dieser Expedition überreden lassen! Sara rollte sich in ihrem Schlafsack auf und ließ sich auf die wackelige Liegepritsche sinken. Ihr Schädel brummte und sie fühlte sich elend. Das schlecht gelaunte Mädchen schloss die Augen, versuchte regelmäßig zu atmen. War Sara etwa schon höhenkrank? Ferien in Nepal hatte sich die „Urlauberin“ ganz anders vorgestellt, das merkten die Mitbewohner auch.

Vor zwei Stunden hatte eine kleine Propellermaschine das Mädchen auf über 3000 Höhenmeter gebracht. Sie dachte an die vergangenen Stunden, als sie im Flugzeug saß, das die dichte Wolkendecke durchstieß. Über dem Gipfel des Annapurna lag Morgenröte, die Spitze zeichnete sich klar vor dem Himmel ab. Es war eigentlich wunderschön, doch Sara konnte sich nicht wirklich an dieser Aussicht erfreuen. Sie dachte an die Wanderer, die sie unten gesehen hatte, klein wie Ameisen auf einem gewundenen Pfad.

Da bei solchen Kopfschmerzen sowieso nicht an ein Nickerchen zu denken war, stand sie auf. Die anderen Mitbewohner schliefen alle wieder ein, als Sara im Zimmer auf und ab ging. Jeder ihrer Schritte verursachte ein heftiges Knarren auf den Holzbohlen. Sie wollte Nadine und Rosella, die beiden anderen Frauen im Team, welche ziemlich überrascht über ihre Mitbewohnerin waren, als das Mädchen ankam, nicht wecken und ging deshalb auf die Veranda, welche eigentlich ziemlich groß war. Nach einiger Zeit kam Sara auf die Idee einmal einen Blick auf die Uhr zu werfen, sie erstarrte, halb zehn war es mittlerweile. Die „Urlauberin“ stampfte, noch immer wütend, zurück in ihr derzeitiges Zuhause, Rosella war schon wach und wünschte ihr freundlich einen guten Morgen, kurz vergaß Sara, dass sie ja wütend sein wollte und lächelte schüchtern zurück.

Es war eine weitere halbe Stunde vergangen, als Nadine aufwachte. „Du bist wohl kein Morgenmensch, oder?“ fragte Rosella, als Nadine aufstand. „Ich mache mich schon fertig!“, gab das dritte Teammitglied zurück. An diesem Tag war von der Organisation noch nichts geplant, deshalb beschlossen die drei jungen Damen, einen Wandertag zu machen. Sie packten Brot, Käse, Butter, Tee, Wasser, mehrere Decken für Pausen und Taschenlampen ein. Sie waren perfekt ausgerüstet.

Um 11:00 Uhr marschierte das Team los, es war leicht nebelig und bewölkt, aber es war nicht ganz so kalt, also ein nicht so schlechtes Wetter für eine Wanderung. Einige Zeit wanderten sie schweigend den Berg hinunter. „Wie wäre es, wenn jeder etwas über sich erzählt?“, schlug Sara vor, das Wandern tat ihr gut und irgendwie machte es ihr sogar Spaß. Rosella machte den Anfang. Rosella sprach gerne, das sah man ihr an und man hörte es vor allem. Die Zeit verging ohne, dass es eine von den drei jungen Damen bemerkte. Sara war mit 18 Jahren mit etwas Abstand die jüngste, Nadine war 24 Jahre alt und Rosella 29 Jahre alt. Die drei harmonierten trotz der kleinen Altersunterschiede sehr gut, sie fanden sich auf Anhieb sympathisch.

Plötzlich kamen Wolken auf, wohin man auch blickte. Donner. Blitze. Noch mehr Blitze. Das Gewitter war schneller aufgezogen, als man es für möglich hielt. „Oh, nein! Was sollen wir tun? Wir sind schon viel zu weit weg von unserer Unterkunft, als das wir umkehren können!“, schrie Nadine lauthals, um das starke Gewitter zu übertönen. „Wir müssen einen Unterschlupf suchen!“, antwortete Rosella, die überhaupt nicht nervös wirkte, aber sie war es, mehr als alle anderen. Das Team lief so schnell sie konnten. Kein Haus war in Sicht. Immer mehr Blitze waren zu sehen. Immer mehr Wolken zogen auf und es wurde immer schlimmer.

Endlich nach einer Ewigkeit fanden sie ein abgelegenes Haus, sie klopften an. Ein Mann öffnete die Tür und fragte entsetzt: „Wo kommt ihr denn her?“ Sara erklärte ihm die Situation und er bat sie freundlich herein. Im Wohnzimmer setzte sich Nadine auf einen gepolsterten Sessel und die zwei anderen nahmen das Sofa in Beschlag,  es wirkte schon ziemlich alt aber es war bequem. Der Mann setzte ihnen einen Tee auf. Um sie zu wärmen gab er ihnen Decken, denn ihre Rucksäcke und deren Inhalt waren komplett durchnässt.

Fortsetzung (von Timea Batek) 

"Wer hatte eigentlich die verrückte Idee, dass ich an diesem Projekt teilnehmen sollte?‘‘, dachte Simone bestimmt. „Warum hatte ich mich nur von meinem Vater zu dieser Expedition überreden lassen’‘, brummte sie halblaut vor sich hin. Das Mädchen rollte seinen Schlafsack auf und ließ sich auf die wackelige Liegepritsche sinken. Simone fühlte sich elend. Sie schloss die Augen und atmete ruhig ein und aus. War sie etwa schon Höhenkrank? Ferien in Nepal hatte sie sich sicher anders vorgestellt.

Vor zwei Stunden hatte sie eine kleine Propellermaschine auf über 3000 Höhenmeter gebracht in ihrem Hinterkopf tauchten die Bilder der vergangenen Stunde auf, die Regierungen, wie sie im Flugzeug saß und die dichte Wolkendecke durchstieß. In der lauten Umgebung in 3000 Meter Höhe sah man die Morgenröte, die Spitze des Annapurna und klitzekleine Wanderer.

 Da bei so einer schlechten Situation ohne Ausweg sowieso nicht an ein Nickerchen zu denken war, stand Simone auf. Unruhig polterte sie auf und ab. Jeder ihre kleinen Schritte verursacht ein heftiges Knarren auf dem Schnittholzboden. Sie ging hinaus auf die Veranda. Vermutlich um Nadine und Rosella nicht zu wecken. Als Simone endlich zum Schlaf kam, verging die Zeit wie im Flug.
Am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück kündigten die Leiter eine Übernachtung in Zelten an. Sogar Simone zauberte es ein Lächeln ins Gesicht.  Alle packten nur das Nötigste für eine Nacht ein. Die schlechte Laune wurde im Nu verblasen. Die Gruppe stapfte durch den glitzernden Schnee. Es war anstrengend aber ein paar Wegspiele verwandelten es in ein Abenteuer. Simone schlug ihr Zelt rasch auf. Zu dritt richteten sie das rote zu Hause kuschelig ein. Es gab noch ein Lagerfeuer und schaurige Geschichten über Schneegeister. Dann krochen alle in ihre Schlafsäcke und schliefen ein.

Mitten in der Nacht wurden sie von einem lauten Windgeheule geweckt. Simone und die anderen Mädchen schreckten hoch. Wenige Sekunden später hörten sie auch schon die Stimme der Leiterin: ,,Packt alles zusammen wir werden abgeholt!‘‘, schrie sie hysterisch. Sofort aus der Starre befreit, folgten wir dem Befehl. in Eiseskälte standen wir da. Alles war vernebelt. Wir standen mitten im Nirgendwo. Was rund um uns war? Nichts. Außer Schnee, Schnee und noch mehr Schnee. Gelbe Lichter durchbrachen den Schleier des Nebels. Es war unsere Rettung. Schnell und panisch krochen wir hinauf. Doch es war zu wenig Platz. Simone und ihre zwei Zimmergenossen mussten warten bis der Schneewagen noch einmal kam und sie rettete. Nach einer geschätzten Stunde in Eiseskälte waren sie so verzweifelt und auf ein Häufchen Elend zusammengefallen. Simon schöpfte Mut und suchte in der Gegend herum. Bald folgt ihr Nadine. Kommt das Schneemobil überhaupt noch mal? Kommen die Mädchen wieder in Sicherheit? Müssen Sie hier sterben?